Text zur Kunst

Geschlossene Gesellschaft

„Geschlossene Gesellschaft“
Installation mit Ines Braun, 900 x100 x200 cm, 2014

Geschichten kann man auf vielerlei Art erzählen. Wir Künstler mögen es, die Dinge von allen Seiten zu beleuchten. Wir mögen die schönen, aber auch die weniger schönen Geschichten. Wir mögen das „auf den Kopf gestellte“, weil nur dadurch neue, überraschende und ungewohnte Perspektiven möglich werden. Und nur diese verschiedene Ansichten führen zur Ganzheit einer Geschichte. In der Kunstinstallation „GeSCHLOSSene Gesellschaft“ drücken wir genau das aus. Nebenbei holen wir die „überhöhten“ Museumsobjekte auf ihre menschliche Ebene zurück. Und dazu gehört, dass Altes aussortiert wird und platzsparend gestapelt im Depot der Geschichte landet. Wir legen aber auch den Blick frei auf alte Hadwerkskunst und solide Machart und wir zeigen die Menschen durch die Spuren die sie in jedem einzelnen Ausstellungsstück hinterlassen haben.

Geschlossene Gesellschaften haben etwas Elitäres. Etwas Ausschließendes, gleichzeitig sind sie Definition für eine zusammengehörige Gruppe von Individuen. Die Mitglieder einer Familie zum Beispiel. Die Familie Strünkede zum Beispiel. Oder die Kinder in einem Heim, die Verwundeten in einem Lazarett, die Mitglieder eines Vereins. All diese (geschlossenen) Gesellschaften sind zugleich Zeitzeugen der wechselhaften Geschichte und Nutzung vom Herner Schloss. Die unterschiedlichsten Menschen haben hier gelebt, Obdach oder Asyl gefunden und Spuren hinterlassen.
Von diesen Spuren berichten die Möbel der großen Installation in der Raummitte. Sie sind nicht nur Ankerpunkt für geschichtlichen Diskurs, sie erzählen unübersehbare Geschichten von Reichtum und Armut, Provisorium und Überfluss, gesellschaftlichem Stand und Menschenaltern. Monumental gestapelt, getürmt und verkeilt wird nicht nur ein zeitlicher Ablauf sichtbar, das Fundament und die Kraft der vergangenen Generationen wird spürbar.
Eine nahtlose, unüberschaubare Abfolge von Ereignissen ohne scharfe zeitliche Konturen manifestiert sich. Dabei ist die Installation „Geschlossene Gesellschaft“ wohl die am wenigsten geschlossene von all den vielen Bewohnern des Schlosses, denn die Emotionen und Assoziationen der Betrachter öffnen Türen, Schubladen und Geheimfächer: die Erinnerungen an Menschen und Zeiten, die längst der Vergangenheit gehören.

 

 

Aufbauteam ConCultura

 

Installation 900 x 100 x 200 cm, 2014, Emschertal-Museum

Installation 900 x 100 x 200 cm, 2014, Emschertal-Museum

Installation 900 x 100 x 200 cm, 2014, Emschertal-Museum

Installation 900 x 100 x 200 cm, 2014, Emschertal-Museum

Installation 900 x 100 x 200 cm, 2014, Emschertal-Museum

Installation 900 x 100 x 200 cm, 2014, Emschertal-Museum

 
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